9. Dezember 2009

Durch die Garage ins Museum Abteiberg

Abgelegt unter: Kunst-News — admin @ 10:22

Am Samstag, 12. Dezember, wird Gregor Schneiders jüngstes Außenprojekt „Gara-ge 2009“ eröffnet

Verwundert reiben sich Passanten die Augen: Was hat eine Garage, die auf einer Rasen-Freifläche unmittelbar an das Museum Abteiberg angrenzt, zu suchen? Die Antwort hat Museumschefin Susanne Titz parat: „Durch die Garage findet der Museumsbesucher Zugang zum „Kaffeezimmer“ des Rheydter Künstlers Gregor Schneider, dem das Museum im Untergeschoss derzeit mit einer Präsentation mehrerer Räume seines Projektes „Haus U R“ eine Ausstellung widmet. Die Garage selbst ist das jüngste Außenprojekt von Gregor Schneider. Was sich in der Garage verbirgt, erfährt die Öffentlichkeit erst am kommenden Samstag, 12. Dezember, wenn um 12 Uhr das Tor der Garage und mithin der Zugang zum Museum geöffnet wird. Nach dem Abbau der monumentalen Außenskulptur E N D im vergangenen September wird es ab 12. Dezember erneut einen besonderen Museumseingang des Künstlers Gregor Schneider am Abteiberg geben. Nach individueller Voranmeldung ist es möglich, per Schlüssel eine Garage neben dem Museumsparkplatz zu betreten und durch diese hindurch in die Sammlungsräume des Künstlers zu gelangen. Gregor Schneiders Skulptur „ Garage 2009“ tritt mit der Ironie eines „falschen“ Anbaus auf. Unmittelbar an die großzügige Shed-Architektur des Museums angesetzt, verkörpert die Garage den Gegensatz der gewöhnlichen Alltagsbauwelt: Plan- und autorenlose Nutzarchitektur, Stückwerk für einzelne Verwendungen, auffindbar in den Hinterhöfen und Vororten der Stadt, gleichermaßen in der Nachkriegsbebauung der Nachbarschaft dieses Museums.
„Interessanterweise wird man nun erleben, dass sich Gregor Schneider weiterhin mit dem Museum Abteiberg beschäftigt und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Institution Museum betreibt“, so Susanne Titz. Die vom Künstler gestalteten Sammlungsräume – darin das Kaffeezimmer und andere Räume aus dem Haus u r - erhalten erneut eine eigene Existenz: vermeintlich außerhalb der Institution, als ein Künstlermuseum, das einer fortwährenden gedanklichen Auseinandersetzung folgt und weiterhin nur über Aufzug mit dem übrigen Museum verbunden sein wird.
Wie bereits bei seinem Dauerprojekt „Haus U R“ verbindet Gregor Schneider mit „Garage 2009“ eine Kindheitserinnerung. In seiner Straße habe er als kleiner Jungen beobachtet, so Susanne Titz erläuternd, wie sich der Inhaber der Garage in seinem dort geparkten Wagen oftmals betrank“. Bereits 2002 zeigte Schneider in Düren eine Doppelgarage, eine weitere wurde in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt.
Die Skulptur „Garage 2009“ wurde mit Hilfe privater Förderer und engagierter Unternehmer realisiert: Rosi und Rudolf Dahmen, Architekturbüro Volker Bierbaum, Immo-Plan Consulting, Statikbüro Enseling, Fensterbau Lumme GmbH, Rieck & Lingen Bedachungen GmbH, Baustoffe Sieben, Firma H. Herzog KG und Firma Kiefert GmbH.

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